BGH-News 21.04.2015

Auswärts beim VfR Aalen: Nicht wenige Eintracht-Fans dürften bei dem Gedanken an eine Fahrt in den Süden der Republik nicht nur das beschauliche Stadion, sondern auch ganz andere Szenen in Erinnerung haben: In der Aufstiegssaison 2012/13 sorgte ein quasi anlassloser Polizeieinsatz für mehrere Gerichtsverfahren gegen BTSV-Fans, die allesamt am Ende eingestellt wurden. Entsprechend ging es am Samstag mit etwas Bauchschmerzen in die Ostalb – jedoch zu Unrecht, wie sich dieses Mal herausstellte. Sowohl vor, während, als auch nach dem Spiel blieb alles friedlich und so ärgerten sich die 700 mitgereisten Fans maximal über das schwache Spiel der Mannschaft auf dem Platz.

Noch nicht direkten Ärger, aber Kopfschmerzen bereitet dagegen ein Gerücht, dass derzeit in den Medien die Runde macht. Die hessische Innenministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) fordert, Hooligans – oder eben Menschen, die die Politiker als solche sehen – zukünftig mit elektronischen Fußfesseln auszustatten, um so vermeintlichen Straftaten vorzubeugen (siehe u.a. hier http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=34954&key=standard_document_55126841). Wir brauchen wohl nicht groß betonen, wie abwegig wir diesen Vorstoß halten: Nicht nur, dass äußerst fraglich ist, was überhaupt im Jahr 2015 ein „Hooligan“ ist (jemand, der wegen Körperverletzung verurteilt wurde? Oder reicht schon das Stadionverbot aus? Ist Pyrozünden auch Hooliganismus?), bleibt außerdem stark zu hinterfragen, ob ein solch schwerwiegender Eingriff in die Privatsphäre eines Menschen gerechtfertigt ist. Alleine der Umstand, dass die Politikerin selbst erklärt, dass Fußfesseln auch ein probates Mittel gegen häusliche Gewalttäter darstellt zeigt, dass hier eindeutig über das Ziel hinaus geschossen wird.

Zum Ende gibt es noch eine, aus unserer Sicht, sehr erfreuliche Solidaritätsbekundung mit dem Cattiva Vorsänger Benjamin R. So hat sich bei uns ein Eintracht-Fan gemeldet, der wohl wie die Meisten anderen auch, sehr schockiert über das Verhalten des FC Bayern München war. Aus Solidarität bot dieser Fan seine finanzielle Unterstützung an, da er selber leider nicht zu dem Spiel reisen konnte, die gute Stimmung und die Notwendigkeit des Megafon aber trotzdem würdigen will. Er spendet einen Betrag von 60€, welcher sich aus den Kosten für die Fahrt und den Eintritt errechnet, die er bei einer Reise hätte aufwenden müssen.

Wir bedanken uns für so viel Einsatz und Solidarität und möchten natürlich alle Fans ermutigen, solidarisch untereinander zu sein. Gemeinsam sind wir stark, gemeinsam sind wir Eintracht!

Eure Blau-Gelbe-Hilfe